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Blick nach Sete Cidades ©Attila Bertalan
 

Unterwegs auf den Azoren

São Miguel, Azoren

São Miguel - Heiße Quellen und üppige Vegetation

12.07.2008, Anreise und Fahrt nach Nordeste

Da wir auf unserer bisherigen Reise schon zweimal auf São Miguel zwischengelandet waren, bot uns Ponta Delgada bei unserer dritten Landung dort einen bereits vertrauten Anblick: Eine nicht besonders einladende Großstadt mit den typisch portugisischen einheitlich weißen Häusern mit roten Dächern. Die Stadt wirkt wesentlich größer als man es von einem Ort mit 65.000 Einwohnern inklusive Umland vermuten würde.

Ankunft in Ponta Delgada
Ankunft in Ponta Delgada

Am Flughafen erhielten wir problemlos unseren Mietwagen und fuhren auch gleich los Richtung Osten. Eine Stelle, die uns dann unterwegs besonders auffiel war der Wasserfall bei Achada in der Nähe von Nordeste und so hielten wir dort an. Um den Wasserfall herum wurde ein sehr schöner kleiner Park angelegt und wir erfreuten uns an der üppigen Vegetation und den schönen Blumen. Am Abend gelangten wir dann zu den Casas do Frade, wo wir die folgenden Tage übernachteten.

13.07.2008, Wanderung um den Lagoa das Furnas

Der strahlend blaue Himmel am Morgen verhieß einen schönen Tag. Eines der Highlights auf São Miguel ist die Gegend um Furnas und so beschloss ich, dass wir den schönen Tag für eine leichte Wanderung in schöner Landschaft nutzen könnten. Wir fuhren also ausgehend von Lomba da Fazenda zunächst durch den Nachbarort Nordeste und dann weiter an der Ostküste entlang Richtung Süden. Schon bald kamen wir an einen Rastplatz Ponta do Sossego vorbei, dessen Eingang von einem Blumengarten geschmückt ist. Wir machten kurz halt und schauten und Garten und den Platz an und kamen beide zu dem Ergebnis, dass das der schönste Grillplatz ist, den wir je gesehen haben: Wunderbar angelegt, mit schöner Aussicht, sauberen Grillstätten und Blumengarten. Kein Wunder, dass der Platz auch bei den Azoreanern sehr beliebt ist und deshalb am Wochenende gut besucht ist. Wie fuhren bald wieder weiter.

Wasserfall bei Achada, São Miguel (Azoren)
Wasserfall bei Achada
Casas do Frade, São Miguel (Azoren)
Casas do Frade
Ponta do Sossego, São Miguel (Azoren)
Ponta do Sossego

An der Südküsten angekommen führte die Straße dann von der Küste weg Richtung Westen. Eine gut ausgebaute Serpentinenstraße führt hinunter in das Tal von Furnas an steilen Felswänden vorbei. Erst bei der Ortseinfahrt nach Furnas zog dann ein leichter Schwefelgeruch auf und man sah die Dampffahnen der Fumarolen und Soltafaren von Furnas. Einige heiße Quellen brodeln dort in den verschiedensten Ausprägungen vor sich hin. Da gibt es sprudelndes Wasser und blubbernden Schlamm. Eine heiße Quelle ist ganz gelb, jedoch nicht vom Schwefel, sondern von Mais, der von einem cleveren Händler dort gekocht und am nahe gelegenen Parkplatz verkauft wird. Das ganze ist sehr sehenswert und Pflichtprogramm auf São Miguel. Allerdings hat der Ort auch schon etwas von einem Ausflugsziel für Kaffeefahrten, sprich, ist schon etwas touristisch überlaufen und sicherlich kein Geheimtipp mehr.

Fumarolen bei Furnas, São Miguel (Azoren)
Furnas: Fumarolen
Mais wird in einer vulkanischen, heißen Quelle gekocht
In einer heißen Quellen wird Mais gekocht
Blubbernder Schlamm bei Furnas, São Miguel (Azoren)
Blubbernder Schlamm

Wir blieben aber nicht in Furnas, sondern begannen mit der relativ leichten Tour Nr. 5 aus dem DuMont Wanderführer rund um den Lagoa das Furnas. Der Einstieg zur Tour war dank des Wanderführers leicht zu finden, bot aber keine Besonderheiten. In der Nähe des Sees angekommen, konnten wir wieder einen leichten Schwefelgeruch riechen. Auch am Rande des Lagoa das Furnas brodelt es von unten. Und aus dem Grund gibt es hier auch eine Besonderheit auf den Inseln: Im heißen Boden gibt es spezielle Kochgruben, in dem die Azoreaner eine regionale Spezialität kochen, den "Cozido nas Furnas", einen ziemlich weichgekochten Eintopf mit Gemüse und viel fettigem Fleisch. Am Wochenende ist das Seeufer an der Stelle gut besucht mit ganzen Großfamilien, die dort den ganzen Tag picknicken. Wir durchquerten den Picknickbereich und folgten einem Fußweg am Seeufer entlang, der uns durch üppige Vegetation führte. Am späten Nachmittag kamen wir dann wieder in Furnas an, wo unser Mietwagen für den Heimweg stand.

Fumarolen und heiße Quellen am Ufer des Lagoa das Furnas
Fumarolen und heiße Quellen am Ufer des Lagoa das Furnas

14.07.2008, Mit dem Auto unterwegs

Wegen eines traurigen Ereignisses war unsere Stimmung am folgenden Tag nicht besonders gut und da auch das Wetter äußerst wechselhaft und unvorhersehbar war, fuhren wir nur ein wenig mit dem Auto auf der Insel herum. Hinter Nordeste versuchte ich die alternative Straße Richtung Furnas zu fahren. Wie sich herausstellte ist das was auf der Karte als Hauptstraße eingezeichnet ist eigentlich nur ein besserer Wirtschaftsweg. Geländewagen und Wanderer sind auf der Strecke sicherlich besser aufgehoben als die typischen Kleinwägen, die man zum Mieten bekommt. Immerhin sahen wir so etwas von der Landschaft um den Pico da Vara, dem höchsten Berg der Insel. Und mir gelang ein nettes Motiv aufzunehmen, eine Bruchstelle in Form eines Herzens, das "Herz des Waldes".

Nordeste auf São Miguel
Nordeste
Das "Herz des Waldes"
Das "Herz des Waldes"
Der Strand von Povoação auf São Miguel (Azoren)
Strand von Povoação

Wir kurvten mit dem Auto weiter über die Insel, besuchten den abgelegenen Ort Faial da Terra. Wir fanden einen kleinen Sandstrand bei Povoação und abenteuerliche Panoramastraßen quer über die Insel, die in den Straßenkarten nicht eingezeichnet sind.

São Miguel (azoren): Panoramablick bei Achadinha mit Mondaufgang über dem Pico da Vara (1103 Meter)
Panoramablick bei Achadinha mit Mondaufgang über dem Pico da Vara (1103 Meter)

15.07.2008, Der Parque Terra Nostra in Furnas

Da es immer noch sehr wechselhaftes Wetter war und wir mit kleinen Regenschauern zwischendurch rechnen mußten, eignete sich der Tag am ehesten um die bekannten Thermalquellen in Furnas auszuprobieren.
Der Eingang zum Park liegt ein wenig hinter dem großen Hotel gleichen Namens und kostet ein wenig Eintritt. Gleich hinter dem Eingang fanden wir auch das Badebecken, übrigens das größte natürlich gespeiste Thermalbecken weltweit. Das Wasser des Beckens ist sehr warm, aber auszuhalten. Aus zwei großen Wasserspeiern kommt immer wieder heißes Wasser nach, dessen Temparatur man jedoch nur kurz aushalten kann. Das Wasser hat eine eigenartige schlammige Farbe, die so dicht ist, dass man schon wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche nichts mehr sieht. Wärend wir das Wasser genossen tollte eine Gruppe junger Azoreaner im Becken herum da ihnen das herumdümpeln in dem Schultertiefen Wasser wohl zu langweilig war. Wir sahen eine Weile zu, wie sie mit Saltos und wilden Kapriolen ins Becken sprangen und versuchten eine menschliche Pyramide im Wasser zu bauen (was aber mißlang).

Thermalbad in Furnas
Thermalbad in Furnas
Thermalbad in Furnas
Thermalbad in Furnas
Cozido nas Furnas
Cozido nas Furnas

Nach dem ausgiebigen Thermalbad schauten wir uns dann noch den sehr großen und schön bepflanzten Park an. Interessant fand ich den Bereich mit endemischen Pflanzen der Azoren. Und ein absolutes Postkartenmotiv, zumindest bei schönem Wetter, das wir nicht hatten, ist der Seerosenteich, in den es auch leicht vulkanisch blubbert.
Da wir dann schon mal in Furnas waren, probierte ich am Abend auch mal die Spezialität des Ortes: Den Cozido nas Furnas. Die Portion war riesig und es schmeckte nicht schlecht. Allerdings war es auch sehr fettig und das Fleisch ungewohnt weichgekocht. Letztendlich ließ ich dann doch einiges stehen.

Azorenwetter
Azorenwetter

16.07.2008, Besuch der Teeplantage Chã Gorreana

Laut Reiseführer wäre ja der Sommer die beste Reisezeit für die Azoren, da das Wetter am stabilsten wäre und Schlechtwetterphasen nur kurz anhielten. Nur schien das für unsere Zeit auf São Miguel nicht zuzutreffen. Am nächsten Morgen beobachteten wir das Wechselspiel von dunklen Wolken und einigen Sonnenstrahlen über dem Ozean. Die Wolken zogen sehr schnell, aber leider kamen immer wieder welche nach. Richtig gutes Wetter war nicht zu erwarten, dennoch fuhren wir dann irgendwann mal los in der Hoffnung zumindest ein wenig unternehmen zu können.

Wir fuhren also ein wenig die Nordküste entlang und kamen am Nachmittag bei zeitweilig trockenem Wetter an der Teeplantage Chã Gorreana vorbei. Abgesehen von einer kleinen Nachbarplantage handelt es sich um die einzige Teeplantage Europas. Wir gingen also in die Fabrik und stellten fest, dass man die Fabrik sogar umsonst besichtigen kann. Auf altertümlichen Maschinen und mit viel Handarbeit wird dort noch genauso wie vor Jahrzehnten produziert. Die Besichtigung ist zwar kostenlos, dem anstand halber gibt man jedoch den Arbeiterinnen etwas in die kleine Kasse. Dafür bekommt man dann auch ein Kostprobe des dort hergestellten Tees. Und natürlich kann man auch Tee als Souvenier kaufen.


Eingang zur Tee-Manufaktur
Arbeiterinnen in der Teefabrik Chã Gorreana sortiern Teeblätter in Handarbeit
Die Teeblätter werden in Handarbeit sortiert
Arbeiter entfernen Unkraut auf der Teeplantage Chã Gorreana
Auch Unkraut wird in Handarbeit aussortiert

Auf den Feldern draußen konnten wir dann auch den Plantagenarbeitern zusehen. Ich hatte bisher keine Ahnung davon wie Teepflanzen aussehen, dass diese mit einer Art Staubsauger abgeerntet werden und dass Tee zitrusartige Früchte trägt. So war der Besuch der Plantage zwar relativ kurz aber sehr interessant und lehrreich.

Den Rest des Abends kurvten wir noch ein wenig über die Insel.

17.07.2008, Der vielleicht schönste Strand auf São Miguel: Der Praia do Fogo

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Noch ein Tag, an dem wir wegen des unsicheren Wetters die Insel zunächst mal nur per Auto erkundeten. Wir fuhren durch das abgelegene Dorf Fagundas mit außerst schmalen Gassen und ich war froh, den Mietwagen heil durch all die engen Kurven zu bekommen. Am Kiesstrand von Faial da Terra fanden wir den Zwillingsbruder unseres Mietautos: Gleiches Modell und Kennzeichen nur eine Ziffer weiter. Und wir fuhren eine hübsche mit Hortensien bewachsene Allee entlang, die besser zum Wandern als zu fahren geeignet wäre.

TIPP: Und dann fuhren wir nach Ribeira Quente und entdeckten dort den Strand der uns auf São Miguel am Besten gefallen hat, den Praia do Fogo. Es ist ein Sandstrand in einer Bucht, die etwa 400 Meter lang ist und zum Baden sehr gut geeignet ist. Das Besondere am dem Strand ist jedoch die "Fußbodenheizung". Ist man etwa bis zu den Waden im Wasser und gräbt ein paar Zentimeter im Sand, wird der Sand dort kochend-heiß. Auch das ist wieder eine Erinnerung an die vulkanische Beschaffenheit der Insel und verhindert kalte Füße beim Baden.
Weil er so schön ist erklärte meine Reisebegleiterin den Praia do Fogo zu ihrem "Lieblingsstrand" auf São Miguel.

Freilaufende Kühe auf den Azoren
Typisch Azoren: Freilaufende Kühe
Allee mit Hortensien bei Nossa Senhora dos Remédios auf São Miguel (Azoren)
Allee mit Hortensien
Der Strand Praia do Fogo bei Ribeira Quente auf der Azoreninsel São Miguel
Der Strand Praia do Fogo

18.07.2008, Fahrt nach Ponta Delgada

Die letzten Tage unserer Reise verbringen wir dort, wo eigentlich die meisten Urlauber auf den Azoren sind, in Ponta Delgada. Nach der sehr ruhigen Gegend im Osten der Insel, hatte die Aussicht auf ein paar Tage in einer "Großstadt" keinen besonders großen Reiz für uns, andererseit war es organisatorisch gesehen durchaus günstig, da ja unser Rückflug nach Deutschland von dort aus abflog.
Da wir es also nicht eilig hatten, nutzen wir den Tag indem wir unterwegs von Ost nach West nochmals den Ort Furnas, das Highlight der östlichen Hälfte São Miguels besuchten. Bei diesem Besuch entdeckten wir auch die kleinere, urigere und weniger bekannte Thermalquelle, die hauptsächlich von den Einheimischen besucht wird.

Einer der heissen Quellen bei Furnas
Einer der heissen Quellen bei Furnas
Natürliche Thermalquelle bei Furnas
Natürliche Thermalquelle bei Furnas
Hortensien am Strassenrand auf São Miguel
Immer wieder blühen Hortensien am Strassenrand

Am späten Nachmittag kamen wir dann in Ponta Delgada, der Hauptstadt von São Miguel an. Nachdem wir unser Gepäck im Casa de Jardim, unserer Unterkunft am Ortsrand, untergebracht hatten, spazierten wir noch in das relativ nahe gelegene Zentrum. Das Herzstück der Stadt ist wohl die Uferstraße, die allerdings mit viel Beton geschmückt und nicht allzu attraktiv ist. Vereinzelt hat die gegend jedoch auch ein wenig Altstadtcharme.
Während sich die Sonne langsam nach unten bewegte und die Landschaft in ein schönes Abendlicht rückte, traf im Hafen eine große Autofähre ein. Wir beobachteten das rege Treiben am Fährhafen, der uns eher an einen Bahnhof erinnerte.

Azoreninsel São Miguel, Landschaft in Wolken
Wolkenbildung über der Insel
Die Skyline von Ponta Delgada
Die Skyline von Ponta Delgada
Ponta Delgada Fähre
Ankunft der Fähre

Als die Fähre dann abfuhr und den Hafen verließ ging gerade die Sonne unter und tauchte den Himmel in leichte Pastellfarben. Wir spazierten noch weiter durch den Ort, wobei uns besonders die kunstvoll mit schwarz-weißen Pflaster als Mosaik ausgelegten Bürgersteige und Fußgängerzonen gefielen. Mal laufen wir über Sterne, mal über eine große Ananas. Immer wieder entdeckten wir neue Muster und Motive.

Ponta Delgada Fähre
Abfahrt der Fähre
Abendstimmung in Ponta Delgada
Abendstimmung in Ponta Delgada
Ponta Delgada Promenade
Promenade mit Straßencafé

19. + 20.07.2008, Ausflüge bei wechselhaftem Wetter

Gegen Ende unserer Reise wurden die Phasen mit regnerischem Wetter und starker Bewölkung immer länger und so beschlossen wir an diesem Morgen statt eines Ausfluges zunächst mal uns das Shoppingcenter Parque Atlãntico anzusehen. Für einen Ort der selbst wenn man das Umland mitrechnet nur etwas über 60.000 Einwohner hat, ist das Shoppingcenter groß und modern ausgefallen. Da es wohl das einzige in der Art auf der Insel ist, zieht es auch entsprechend viele Personen an und ist auch entsprechend gut besucht. Ich nutze die Gelegenheit, dass dort ein Internetcafé zu finden ist, während meine Reisebegleiterin einen Schaufensterbummel macht.

Nach dem Shoppingcenter versuchen wir trotz des trüben Wetters einen Ausflug zum Vista do Rei zu machen, dem bekanntesten Aussichtspunkt der Azoren oberhalb des in einem Krater gelegenen Ortes Sete Cidades. Das erwieß sich wegen des trüben Wetter aber eher als Flop, denn unter einer dichten Wolkendecke kommt die schöne Landschaft nun überhaupt nicht zur Geltung.

Ein lebensgroßes Modell eines Pottwals hängt im Eingangsbereich des Parque Atlãntico in Ponta Delgada
Parque Atlãntico Eingangsbereich
Ausgestelltes Walfängerboot im Einkaufscenter Parque Atlãntico in Ponta Delgada (Azoren)
Parque Atlãntico: Ausgestelltes Walfängerboot
Sete Cidades in Wolken
Sete Cidades

Ein wenig enttäuscht vom schlechten Wetter nutzen wir den Rest des Tages mal wieder um mit dem Auto herumzufahren und die Gegend zuerkunden. Wir kommen vorbei an einer großen Ziegenherde, die zunächst mal die Straße versperrt. Dann entdecken wir einen etwas abgelegenen Aussichtpunkt mit Blick über den gesamten Inselwesten. Ein altes Aquädukt überspannt sehr fotogen eine kleine Nebenstraße. Wir sahen ein paar Steilküsten und entdeckten einen hübschen Leuchtturm. Ab und zu brach dann auch mal die dichte Wolkendecke auf und erlaubte Fotos mit ein bischen blauen Himmel. Am Ende der Tour landeten wir dann in einer Badebucht bei Ginetes, wo angeblich vulkanische Quellen dass Meereswasser auf angenehme Temperaturen erhitzen soll. Von dem Effenkt merkten wir allerdings so gut wie gar nichts. Das Wasser hatte die ganz normale Meerestemperatur. Nachdem wir trotzdem ein wenig gebadet haben fing es wieder an stark zu regnen. Damit war der Ausflugstag für uns zu Ende.

Steilkueste bei Várzea, São Miguel (Azoren)
Steilkueste bei Várzea
Typischer Leuchtturm auf den Azoren
Typischer Leuchtturm
Ginetes, São Miguel
Ginetes

Am nächsten Tag wurde das Wetter nicht besser. Statt weg zu fahren schauten wir uns deswegen zunächst mal nur den Park an, in dem sich unsere Unterkunft befand. TIPP: Das Casa de Jardim, ehemals ein Herrenhaus und nun eine kleine Pension liegt mitten im Garten Jardim José do Canto, einer Parkanlage mit schönem Baumbestand. Auch wenn die Zimmer eher einfach sind und im Souterrain liegen, ist die Lage am Stadtrand von Ponta Delgada doch optimal. Und nachdem wir die häßlichen 4 und 5-Sterne-Hotels für Pauschalreisende am Hafen gesehen haben, waren wir doch sehr froh über unsere viel schöner gelegene Unterkunft.

Nach einer Weile entschlossen wir uns trotz des unbeständigen Wetters zu einen Ausflug. Wir fuhren nach Caldeiras, einem winzigen Ort, in dem nur 2 Familien wohnen und in dem es ein Thermalbad geben soll. Wir fanden aber nur ein großes Becken mit kochend heißem Wasser, in dem man nicht baden kann. Der Rest des Ortes war einfach nur trostlos: Heruntergekommen, überall lag Müll herum und streunende Hunde bettelten uns an. Ein starker Regenschauer gab es uns den Rest, wir fuhren weiter.

Casa de Jardim, Ponta Delgada
Casa de Jardim

Baum im Garten Jardim José do Canto
Caldeiras, São Miguel
Caldeiras

Unsere nächste Station war Lombadas, das ein wenig versteckt hinter Caldeiras liegt. In Lobadas befand sich einmal eine wichtige Quelle für Mineralwasser mit Abfüllung, die jedoch bei einem Erdbeben im Jahre 1999 zerstört wurde. Als wir dort hin kamen, fanden wir nur noch zerfallene Ruinen vor, die Natur holt sich ihren Teil sehr schnell zurück. Dennoch lohnt sich er der Ausflug bei schönen Wetter dorthin, den die rauhe Landschaft dürfte ideal für etwas anspruchsvollere Wanderungen sein. Da wir jedoch an dem Tag mit reichlich Regen gesegnet waren, war eine Wanderung unmöglich und wir blieben nicht lange. Also kurvten wir mal wieder bei schlechten Wetter mit dem Auto herum.

TIPP: Wir fanden an dem Nachmittag ein richtig gutes, kleines Lokal am Ortseingang von São Brás namens "O Emigrante". Während uns die azoreanische Küche meist nicht besonders überzeugt hatte stimmte hier der Service und das Essen, ein leckerer Octopus-Eintopf. Er schmeckt übrigens wirklich besser, als er aussieht.

Lombadas, São Miguel
Lombadas
Unterwegs im Regen
Auch Azorentypisch: Regenschauer
Octopus in Weinsoße
Octopus in Weinsoße

21.07.2008, Ein Bootsausflug nach Ribeira Quente, gebucht als "Whale Watching"

Mich würde es nicht wundern, wenn viele Touristen vom Whale Watching auf den Azoren etwas enttäuscht sind. Wieso ich das denke ist leicht erklärt: Auf der Insel Pico werde Whale Watching Touren angeboten, weil dort die Wale sind. Von Ponta Delgada aus gibt es Whale Watching Touren, weil dort die Touristen sind. Man gibt sich zwar durchaus viel Mühe, dass man überhaupt eine Sichtung hat. Aber im Vergleich zu Touren von Pico aus ist das Verhältnis von Zeiteinsatz zu Wal-Sichtungen wesentlich ungünstiger. Wir hatten insgesamt zwei Whale Watching Touren gebucht, eine Halbtagestour von Pico aus und eine Ganztagestour von Ponta Delgada an unserem vorletzten Tag. Meine Erwartungen an diese Tour waren also nicht allzu hoch gesteckt.

Unser Tour Operator war die Firma Seawatch, die wie alle anderen Whale Watching Anbieter, die von Ponta Delgada starten, eine Sichtung-oder-Geld-Zurück-Garantie bietet. So gibt man sich sehr viel Mühe, wenigstens eine Wal- oder Delfinsichtung zu organisieren. Der Ausguck des Veranstalters lotste uns als weit über das Westende der Insel hinaus, bis wir tatsächlich eine Pottwal-Mutter mit Kind zu sehen bekamen. Nach der Sichtung fuhren wir dann ohne weitere Sichtungen fast die ganze Insel entlang nach Osten bis nach Ribeira Quente, wo uns ein einfaches aber gut schmeckendes Mittagsbüffet serviert wurde. Danach hatten wir über eine Stunde zur freien Verfügung, die wohl fast jeder vom Boot nutzte um zum nahe gelegenen Strand Praia do Fogo (siehe oben) zu gehen.

Seawatch, Whale Watching Tour Operator, Ponta Delgada, Azores
Seawatch
Pottwal
Pottwal
Angler im Hafen von Ribeira Quente, São Miguel
Angler im Hafen von Ribeira Quente

Auf dem Rückweg machten wir so eine Art Sightseeing entlang der Küste von São Miguel vom Boot aus. Nach Walen schauten unsere Bootsführer eigentlich nicht mehr wirklich aus, dennoch war der Ausflug noch interessant. Wir sahen einer Gruppe Ziegen zu, wie sie in den steilen Felsen kletterte. Man zeigte uns versteckte Wasserfälle und wir umkreisten die eindrucksvolle Insel Ilhéu de Vila Franca. Als wir dann schon mit großem Tempo Richtung Heimathafen unterwegs waren, sah ich am Horizont eine Bewegung. Ich zeigte unserem Bootsführer die Richtung und er steuerte darauf zu. Es war tatsächlich eine große Gruppe Delfine und so hatte die Tour noch für alle einen schönen Abschluß und ich freute mich besonders über meine Entdeckung.
Zusammenfassend läßt sich sagen, dass die Whale Watching Tour von Ponta Delgada aus eher als Bootsausflug mit Walsichtung als Bonus und weniger als Whale Watching zu sehen ist. Da aber meine Erwartungen an Tiersichtungen sowieso nicht so hoch war, war es letztendlich doch ein sehr schöner Ausflug.

Ilhéu de Vila Franca, Azoren
Ilhéu de Vila Franca
Delfine bei São Miguel, Azoren
Delfine bei São Miguel
Delfin
Ein Delfin tauchte direkt neben unserem Boot auf

22.07.2008, Der letzte Tag aus São Miguel: Caldeira Velha, Sete Cidades und blauer Himmel

An unserem letzten Tag wollte ich mir noch die Caldeira Velha anschauen. Dort sollte es heiße Quellen mit einem natürlichem Pool geben, in dem man baden kann. Wir waren schon mal an der Stelle vorbeigefahren, die Massen von Reisebussen und Touristen hatten uns jedoch abgeschreckt. Nun sind wir an diesem Tag rechtzeitig am Vormittag dorthin gefahren und als wir an dem Parkplatz ankamen hielten sich die Besucherzahlen noch in Grenzen. Wir spazierten also durch dass Tal, dass wegen der Quellen eine besonders üppige Vegetation aufweist, in Richtung der Quellen. Das erste an dem man dann ankommt ist eine Stelle mit brodelnd heißem, schlammfarbenen Wasser (siehe auch Wikipedia: Thermalquelle).

Das natürliche Badebecken, dass sich nicht weit dahinter befindet erwies sich dann als kleine Enttäuschung. Da das Becken nicht sehr tief ist und einen unbearbeiteten Boden hat und das Wasser auch nur lauwarm ist, ist es für einen längeren Badeaufenthalt völlig ungeeignet. Einzig als Fotomotiv ist es durchaus urig. Allerdings sollte man sich mit dem Erinnerungsfoto beeilen, denn kaum dass es auf die Mittagszeit zuging luden die Reisebusse ihre Ladung an Touristen dort aus und das kleine Fleckchen Natur war überlaufen. Wir verliesen der Ort dann auch schnell wieder.

Heiße Quellen bei Caldeira Velha, São Miguel
Heiße Quellen bei Caldeira Velha
Caldeira Velha, São Miguel
Caldeira Velha
Caldeira Velha zur Mittagszeit
Caldeira Velha zur Mittagszeit

Es sah so aus, als ob das Wetter an diesem Nachmittag besser werden sollte. So besuchten wir nochmals einige der Plätze, wo wir zwar schon mal gewesen waren, das Wetter jedoch nicht optimal war. Sowohl der Lagoa do Fogo als auch die Gegend um Sete Cidades sehen bei gutem Wetter einfach besser aus. Als wir dann am späten Nachmittag nochmals am Strand von Mosteiros vorbeikamen hatten sich die Wolkenschleier endgültig verzogen. Mit blauem Himmel sah der Strand mit seinem dunklen Sand richtig gut aus. Umgeben ist der Strand von einer Steilküste auf der einen Seite und zwei mächtigen Felsen im Meer auf der anderen Seite. Ich war ein wenig enttäuscht, dass wir erst so kurz vor unserer Abreise wieder schönes Wetter bekommen hatten, aber so ist das wohl auf den Azoren: Bei gutem Wetter sehr schön, bei schlechtem Wetter eher etwas trostlos und eine Garantie für gutes Wetter gibt es nicht.

Lagoa do Fogo, São Miguel
Lagoa do Fogo
Lagoa Azul bei Sete Cidades (Azoren)
Lagoa Azul bei Sete Cidades
Strand bei Mosteiros, São Miguel, Azoren
Strand bei Mosteiros

Am nächsten Morgen flogen wir dann nach dreieinhalb abwechslungsreichen Wochen wieder zurück nach Deutschland. Sicherlich würden wir gerne wieder auf die Azoren reisen.

SATA Air Açores
Rückflug in der Morgendämmerung... Auf Wiedersehen Azoren!

©Attila Bertalan